Oberhofen (09.-10. Jul 2022)




Dieses Jahr treffen sich 1 Berliner und 8 Schweizer Mustoskiffer in Oberhofen. Fuer uns Schweizer und vor allem fuer die Thunerseesegler ist es ein grosser Stolz, dass sogar ein Berliner fuer zwei Tage zu uns zum Segeln kommt. Deshalb haben wir alle am Vortag schoen ausgegessen und sind schoen brav frueh ins Bett gegangen so das der Wind auch sicher kommt. Natuerlich hat dies super funktioniert. Wir sind mit klar blauem Himmel, schoenem Alpenpanorama, tuerkisblauem Wasser und natuerlich perfekter Thermik von ca 10-14 kts an beiden Tagen belohnt worden. Das Highlight des Wochenendes ist das Testsegel das ich von der WM mitgebracht habe. Die Mustoskiffklasse testet nun ein neues Segel mit einem ausgestellten Top. Dieses Segel verbessert die Performance und macht den Musto einfacher zu handeln. Ich (Alex Greil) durfte das Segel am Samstag testen. Ich fand das Segeln in allen Situationen deutlich besser. Am Wind ist mir aufgefallen, dass ich viel weniger Zug auf der Grossschot habe und das Segel in den Boeen und Windloecher nicht so aggressiv ist. So kippt das Boot deutlich weniger schnell nach Lee und Luv. Zudem beschleunigt das Boot viel schneller in den Boeen. Da das neue Segel viel weicher ist, laesst es sich einfacher wenden und halsen. Die Latten springen besser auf die andere Seite, was die Wenden bei weniger Wind harmonischer machet. Ich denke das Problem mit den Mastschienen die brechen, koennte durch das neue Segel auch ein wenig eingedaemmt werden. Weil sich das Segel viel weicher anfuehlt, kann man am Start auch wesentlich entspannter mit wenig Geschwindigkeit wenden oder abfallen. Mir ist beim Setzen und vor allem beim Bergen des Gennakers aufgefallen, dass das Boot ein wenig luvgierig ist. Dies macht es einfacher, die Pinne mit einem Bein zu fuehren. In den Halsen unter Gennaker, vor allem Wire to Wire gleitet man harmonischer durch das Manoever, weil die Segellatten viel einfacher auf die andere Seite schwappen. Natuerlich musste ich meine Kernkompetenz, naemlich das Kentern, auch noch testen. Interessanterweise dreht sich der Mast einfach vom Wind weg, wenn man das Segel auf dem Wasser liegen hat und ein wenig den Mast anhebt. So kann man sich die anstrengenden Eskimorollen sparen.
Am Sonntag hat Roger Oswald das Segel getestet und er fand es einfach nur geil. Er moechte es unbedingt tauschen, das wuerde ihn motivieren wieder mehr Musto zu segeln. 😊
Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen dem neuen und dem alten Segel ist geradeaus, wenn keine Boeen vorhanden sind, sehr gering. Das heisst mit einem alten Segel wird man, wenn man nicht sofort tauschen moechte, trotzdem noch an Regatten mitsegeln koennen. Ende dieses Jahr wird international drueber abgestimmt, ob wir tauschen oder nicht. Ich hoffe wir tauschen das neue Segel, sodass die Mustoskiffklasse wieder ein wenig attraktiver wird. Mit einer Veraenderung in der Klasse werden die Karten neu verteilt und alle muessen fuer sich neue Settings herausfinden. Ich finde, dass das neue Segel den Musto viel huebscher macht. Das neue Segel wurde von den 29er Segler auch begutachtet und als cool bewertet. Preislich ist das neue Segel gleich teuer wie das Alte. Der Segelstoff sieht sehr langlebig aus, wie wir es von Hyde gewohnt sind. Zudem wurde an der WM in Kiel ein kleines Segel vorgestellt was fuer leichte Leute konzipiert ist. Das Segel hat ca. einen m2 weniger Segelflaeche. Dieses Segel durfte sogar an der WM gesegelt werden.

Alexander Greil
SUI 486

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