
Herbstpreis I, Brunnen
(2./3.9.2006)
Ich weiss eigentlich gar nicht, wieso ich eigentlich einen Bericht über
die Regatta in Brunnen schreiben soll…..es waren ja eh alle da!!!!! 21
Boote, eine neuer Landesrekord, hatten sich am Samstag im neuen Hafen
Fallenbach in Brunnen registriert. Und da hatten sogar unsere Nachbarn
aus dem grossen Kanton keine Mühe und Zeit gescheut und sind samt
„personal trainer“ den langen Weg von DRESDEN herangekarrt.
Die Wetterprognosen verhiess nicht unbedingt reines Urnersee -(sprich
Thermik)-Vergnügen. So fuhren wir am Samstag bei einem leichten
Nordwindchen mit gemischten Gefühlen richtig Urnersee. So ab
Schillerstein dreht aber der Wind dank einer durchgehenden
Schlechtwetterfront mächtig auf und wir hatten dann bis zum Startschiff
einen schönen Höllenritt so bis zu geschätzten 6 Beauforts. Allerdings,
bis dann alle ihre Böötchen wieder am Trockenen hatten ging es halt dann
doch eine Viertelstunde zu lange sodass wir noch bei schlappen 2
Beauforts nach den Yachten, aber zusammen mit den 14ern und dem einzigen
29er starten durften. Die Startlinie war, da das halt keine richtige
Thermik war und der Wind eher aus NW kam etwas schief in der Landschaft
sodass die Startbootseite massiv bevorzugt war. Da die Yacht wohl in den
ersten 500 m parallel zu den Felsen kreuzen konnten, nachher jedoch
abfallen mussten, startete ich im Luv des Leepulks, wendete sofort und
lies die Kiste laufen damit ich möglichst schnell den See überqueren
konnte und dann auf der anderen Seite mit dem Dreher wieder parallel zum
andern Ufer die Luvtonne anzusteuern. Hat sich ausgezahlt. Satte 100 m
Vorsprung habe ich herausgeholt und den auch bis Mitte der zweiten Kreuz
verteidigt bis sich ein unter Wasser liegender Ast an meinem Schwert
verhedderte….Segel rauslassen…..Schwert hoch….ganzer Ast am Ruder….und
Rolf Schindler mit seinem 7.37 Mastfall (mind you) war schon auf
gleicher Höhe 20 Meter unter mir. Nur Dank der gütigen Mithilfe eines
verirrten 14er konnte ich ihn noch unter Kontrolle halten. Und
gnädigerweise brach dann die Wettfahrtleitung den Lauf, nachdem der Wind
180 Grad drehte und nachher ganz das Zeitliche segnete, die ganze Übung
ab und schleppte uns in den Hafen zurück (ein Novum, in meiner ganzen
langjährigen Karriere als Urnerseesegler sind die Motorboote jeweils
ohne Schlepp in den Hafen zurück).
Ein Fass Bier erwartete uns und der Abend ging mit einem gemeinsamen
Nachtessen in der Pizzeria beim Föhnhafen zu Ende.
Der nächste Morgen versprach nichts Besseres. Am Skippermeeting drohte
uns Gregor Zurflüh mit baldigem Auslaufen und verabschiedete sich
alsdann in die Ferien. So um 11 Uhr wurde dann der „Follow-me“ am
Flaggenmast gehisst und wir segelten wieder Richtung Urnersee. Eine
Südwindregatta stand an und in ihrer Verzweiflung startete das Komitee
bei wirklich schlappen Windverhältnissen. Roger und ich wählten die
rechte Seite, wendeten beim Schillerstein und waren halt schon wieder
vorne. So Mitte erste Kreuz drehte und schlappte es dann wieder sodass
die Regatta wieder abgebrochen wurde (Könnte man nicht mal die Regatta
abrechen wenn ich HINTEN bin!!!!!!!!!)
Warten war wieder angesagt und die ganze Truppe verschob sich wieder
Richtung Hafen. Die ganzen 14er sowie die Hälfte der MPSlern wasserten
aus als sich doch noch zögerlich ein Ostwind Richtung Gersauerbecken
entwickelte. Dieser eher ungewöhnliche Wind frischte dann so auf 3
Windstärken auf und das Komitee startete recht zügig eine Regatte.
Interessanterweise konnte man an beiden Seiten des Sees fast genau
Richtung Boje segeln jedoch mit verschiedenen Schoten. Das mischte die
ganze Sache recht interessant auf (für einige Glückliche) und ich selbst
fand mich am Ende der ersten Kreuz so auf dem vorletzten Platz. Roger,
der in der Hälfte der ersten Kreuz HINTER MIR durchging und die Seite
wechselte rundete die erste Boje an erster Stelle. Dominique Wälchli
entwickelte bei dieser Windstärke einen Superspeed und beendete die
Wettfahrt als Zweiter. Meine Wenigkeit fuhr auf dem letzten Vorwind mit
Wind von Steuerbord in die Tiefe (ein sogenannter Sheriff-Schlag)
wartete, bis meine 4 Konkurrenten halsten, verlangte dann cool Raum und
halste erst, bis alle anderen in Panik halsten, stolperten oder sonstige
Missgeschicke erlitten und fuhr nach Murphy auf einen unerwarteten
vierten Rang.
Übrigens, kennt Ihr die neueste Version von Murphy’s Law……wenn Murphy
Dritter wird und, da sich die EU noch nicht der Schweiz angeschlossen
hat, der Senior dritter Schweizer ist und halt den Bericht schon wieder
schreiben muss.
Die Regatta am Sonntagmittag war von der Windkonsistent her nicht ganz
stubenrein hat aber trotzdem Spass gemacht und wir hoffen, dass die elf
an Land gebliebenen das nächste Mal etwas bessere Nerven zeigen werden.
Nun freuen wir auf eine gute Beteiligung in Oberhofen (Der Thunersee
kann manchmal eine schöne Thermik haben und der „Ober“ ist manchmal auch
nicht von schlechten Eltern).
Herzlichst……..Euer Senior
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